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Die Gründung der Feuerwehr Arenshausen

Das 1963 erbaute Gerätehaus

Unser damaliger Ortschronist Bernhard Jung hatte in der Arenshäuser Gemeindechronik nachgeforscht. Folgendes stellte er nach seiner Recherche zur Verfügung:

 

Die erste schriftliche Nachricht von einem Feuerwehreinsatz haben wir aus dem Jahre 1776 wo es heißt: ?In der Scheune des Einwohners Johannes Semmelroth entstand eine Feuersbrunst. Durch den tätigen Einsatz der Feuerwehrleute und Mithilfe aus den benachbarten Ortschaften konnte das Feuer am Übergreifen gewehrt werden.?

Der nächste gefundene Eintrag gilt als Gründung unserer Feuerwehr. Bis zum Jahr 1868 gibt es keinerlei Aufzeichnung oder Erwähnung über eine eigene Wehr.

Ab diesem Jahr gab es folgende Einträge in die Ortschronik:

1868: ?Auf höhere Verfügung musste die Gemeinde Arenshausen in diesem Jahr eine Feuerwehrspritze und dazu ein Feuerwehrgerätehaus anschaffen. Das Haus steht auf dem Rasen bei der Leine hinter dem Kruzefix bei Ammers Garten.?

Noch in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts kam es durch Schmuggel und Diebstahl und nicht zuletzt durch den steigenden Publikumsverkehr durch die Eisenbahn hier in Arenshausen öfters zu kriminellen Handlungen. So wurde vom Landrat angeordnet, dass in Arenshausen ein Arestlokal gebaut werden musste. Hierzu musste ein geeigneter Platz gefunden werden. Als geeigneter Platz wurde vorgeschlagen, hinter dem Spritzenhaus. Der Standort wurde auch von den Feuerwehrleuten vorgeschlagen weil sie in vielen Fällen bei Verbrechersuche und Festnahmen als Hilfspolizei mit eingesetzt wurden.

Die oberste Polizeigewalt hatte der Schulze. Schulze war derzeit Johannes Jung vom Altenschulzenhof. Er hatte auch die Ausbildung übernommen. Die Feuerwehr musste auch bei schweren Fällen die Überführung ins Gefängnis nach Heiligenstadt oder Worbis übernehmen, zur Unterstützung des Gendarmen. 

 

Aus der Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Arenshausen:

1723 

Laut Verfügung, wegen Brandgefahr ist das Rauchen auf öffentlichen Straßen verboten

1730
Erneute Bekanntgabe obigen Rauchverbotes
1748

Obige Verfügung wird erweitert:

In Scheunen, Höfen und in den Wohnhäusern ist das Pfeifenrauchen nur noch mit Pfeifen mit Deckel erlaubt. Zuwiderhandlungen werden mit 4 Tagen Zuchthaus oder

4 Gulden Strafe angedroht. Auf dem Schießstand ist das Rauchen wegen Waldbrand verboten. Ein Denunziant erhält 8 Groschen Belohnung.

1776

In der Scheune von Bauer Johannes Semmelroth brach ein Feuer aus. In Eimerketten, zum Teil noch aus Leder - und Holzeimern gaben Männer und Frauen Schöpfwasser aus der Leine zur Brandstätte.

1809

Am 2. Februar brach in Witzenhausen ein Großfeuer aus, dass fast die ganze Stadt erfasste. Bei den Löscharbeiten, die mehrere Tage hin andauerten, beteiligten sich alle Männer der Arenshäuser Feuewehr.  Viele Hilfsarbeiter und Gespannhalter leisteten mehrere Tage Hilfe.

1833

Anfang September wurde auf dem Saurasen eine neue Kirchenglocke gegossen. Zur Verhütung eines Feuers wurde die Arenshäuser Feuerwehr zur Verfügung gestellt.

1860

Für 412 Taler wurde in Arenshausen eine neue Feuerspritze angeschafft. Es war eine moderne, pferdegezogene Doppelkolbenpumpe. Im selben Jahr wurde hierfür auf dem Saurasen für 222 Taler und 11 Silbergroschen ein Spritzenhaus gebaut. Die Magdeburger Feuerversicherung will für die Anschaffung einen gewissen Betrag leisten. In Arenshausen sind zur Zeit 29 Einwohner mit 11.925 Talern versichert.

1893

Am 22.05. beschließt die Gemeindevertretung 100 Meter neuen Spritzenschlauch anzuschaffen.

1899

Am 10. Dezember beschließt die  Gemeindevertretung von Arenshausen das neue Ortsstatut der Feuerwehr. Es tritt mit Wirkung vom 1.1.1900 in Kraft.

1911

Am 12.03. Auf Anregung der Feuerwehr und des Schulzen wird von der Eisenbahnverwaltung die Anlegung eines Brandschutzstreifen gefordert, der die Neuanpflanzung umterm Hopfenberg vor Brandgefahr schützen soll.

Am 21.06. Die Gemeinde beschließt die vorschriftsmäßige und moderne Herstellung des am Spritzenhaus angebauten Arrestlokales für den hiesigen Amtsbezirk

25.06.1911 Zur Vorbereitung des Aufstieges des Luftschiffes "Parseval 5" zum Flug nach Hann - Münden werden die Männer des Kriegerverein und der Feuerwehr als Helfer und Ordnungshüter eingesetzt. Vom Luftschiffführer Oberleutnant Vorsbeck wurde Ihnen eine Belobigung ausgesprochen und er spendierte ihnen ein Fass Bier

Luftschiff "Parseval 5"

Über den Verbleib der alten, handgezogenen, zweiarmigen Feuerspritze, die vor dem Jahre 1860 vorhanden war, ist nichts bekannt. Sie war immer beim derzeitigen Schulzen untergestellt, der auch die Einsätze der Wehr leitete in Verbindung mit dem Brandmeister.